Die illegale Schönheitsindustrie boomt, da immer mehr Menschen unqualifizierte Kosmetiker anstelle von Fachärzten wählen. Eine der beliebtesten Verfahren ist die Injektion von Hyaluronsäure mit dem Hyaluron Pen, der die Substanz ohne Nadel in die Haut einbringt. Diese Methode wird als sicherer und günstiger beworben, doch Experten warnen vor schweren und irreversiblen Folgen.
Laut Dr. Enikő Kuroli, Pathologin und Dermatologin, ist es Kosmetikern untersagt, die Haut zu durchdringen – weder mit Nadeln noch mit Hochdruckgeräten. Dennoch nutzen viele die hohe Nachfrage aus und bieten weiterhin solche Behandlungen an, da günstige Preise ahnungslose Kunden anlocken. Eine Frau berichtete in sozialen Medien, dass sie ihre Lippen dreimal mit einem Hyaluron Pen auffüllen ließ, das Ergebnis jedoch minimal war und sie letztendlich mehr Geld ausgab, als wenn sie zu einem Facharzt gegangen wäre.
Plastischer Chirurg Dr. Tamás Varga warnt, dass unsachgemäße Hyaluronsäure-Fillings schwerwiegende Folgen haben können, darunter Infektionen, Hautgewebsnekrosen und sogar vollständigen Sehverlust. Er betont, dass solche Eingriffe nur von ausgebildeten Ärzten sicher durchgeführt werden können. Dennoch wächst der Trend weiter, da viele Kosmetiker eigene Schulungen organisieren und gefälschte, nicht offiziell anerkannte Zertifikate ausstellen.
Neben illegalen Fillings werden auch fettlösende Injektionen, bekannt als „Zitronenlösung“, immer beliebter. Diese Substanz kann frei im Internet gekauft werden, obwohl sie in vielen Ländern nicht offiziell zugelassen ist. Einige Salons verwenden sie zur Gesichtsformung, obwohl niemand die langfristigen Auswirkungen sicher kennt. In der Schweiz wurde das Verfahren bereits untersucht, und Swismedic stufte die Substanz als Medikament ein, wodurch ihre kosmetische Verwendung verboten wurde. Trotzdem nutzen viele Kosmetiker sie weiterhin, da die Nachfrage nach schnellen und günstigen Lösungen stetig wächst.
Dr. Varga ist der Meinung, dass Kosmetiker häufig ihre Kompetenzen überschreiten und Eingriffe durchführen, die ausschließlich Ärzten vorbehalten sein sollten. Obwohl die Gesetze vieler Länder klar definieren, wer invasive und nicht-invasive ästhetische Behandlungen durchführen darf, gibt es in der Praxis immer noch zahlreiche Verstöße. Zudem bieten selbst Ärzte ohne entsprechende ästhetische Qualifikationen solche Behandlungen an, was ein zusätzliches Risiko für Patienten darstellt. Die Folgen sind oft gravierend, und die Betroffenen müssen teure Korrektureingriffe durchführen lassen, die letztlich mehr kosten als ein von Anfang an teurer, aber sicherer Eingriff. In einigen Fällen entstehen zudem rechtliche Konsequenzen.